Zusammenschluss verschiedener britischer Labels

Kürzlich haben sich 15 britische Musikfirmen inklusive Rough Trade, Piccadilly und Sister Ray zusammengeschlossen und nennen sich von nun an die “Coalition of UK Indie Stores”. Kein besonders innovativer Name für einen ebenfalls nicht besonders innovativen Musiksektor :-) .

Die Coalition gab sich am 19. April den Startschuß und es scheint noch unklar, was die Labels gemeinsam so vorhaben. Vermutlich wollen sie Synergien nutzen und so gemeinsam stärker auf dem Markt auftreten. Meine Befürchtung dabei ist, dass es der Todesstoß einer ohnehin bewegungsunfähigen und mittlerweile langweiligen Branche ist.

Die Indie Labels spielen zwar eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Musikszene, man sollte sie aber auch nicht romantisieren. Als ich mal im Gebäude von Rough Music war und mir all die Plattenberge vorgestellt hatte, wurde ich etwas desillusioniert. Mit dem Typen am Empfang hatte ich einen kleinen Schnack über das neue Album von Liz Green, deren limited Edition 7″ Single ich gerade gekauft hatte. Leider kam nie ein weiteres Album von ihr bei Rough Trade raus. Um eine ähnliche Künstlerin zu finden, würde man heute wohl einfach zu Last.fm gehen oder auf LizĀ“s Myspace Seite vorbeischauen. Anstatt eine CD zu holen würde ich wohl einfach auf mein Napster Abo zurückgreifen oder das Lied bei Amazon runterladen, mich auf Muxtape mit anderen austauschen.

Aus dem Winkel betrachtet frage ich mich, wie der schnell von statten gehende Untergang des (physischen) Musiksektors aufzuhalten ist…

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